Steuerschulden: Vergleich mit Finanzamt ist möglich

Finanzamt, Insolvenzvermeidung, Schuldenbereinigung, SchuldenvergleichWenn sich Unternehmer oder ehemals Selbständige mit Steuerschulden an mich wenden, um aus diesen Schulden heraus zu kommen, sind viele im Zweifel, ob ein Vergleich überhaupt möglich ist.

Ich informiere dann stets, dass ein Schuldenvergleich mit dem Finanzamt nicht nur möglich ist, sondern in vielen Fällen auch für die Finanzämter der bessere Weg und daher nach den dortigen Vorgaben auch zuzustimmen ist.

In vielen Fällen erlebe ich es, dass die Sachbearbeiter dennoch zunächst skeptisch sind und das schlicht und ergreifend mit der Sorge zusammenhängt, als Sachwalter „etwas falsch zu machen“; bei einem Insolvenzverfahren würde sich ja schließlich ein Insolvenzverwalter darum kümmern. Es hat sich jedoch bis in die Amtsstuben hinein herumgesprochen, dass die Aussicht noch an Geld zu kommen, in Insolvenzverfahren ernüchternd gering bis ausgeschlossen ist. Nach aktueller Statistik des Statistischen Bundesamtes beträgt die Quote (also das, was Gläubiger noch an Geld bekommen) nur 0,8-1,5%. In den allermeisten Verbraucherinsolvenzverfahren gibt es gar nichts für die Gläubiger (also auch nicht für Finanzämter).

Das Interesse der Finanzämter, die ja schließlich nur die Interessen von uns Steuerzahlern verwalten, muss also dahin gehen, einer besseren Lösung als eine 1%-Quote zu folgen.

Ich führe dazu ein klares, für die Finanzämter geordnetes Verfahren durch:

  1. Darstellung/Begutachtung des Insolvenz-Szenarios mit der meist (s. o.) fruchtlosen Quotenaussicht und
  2. Ausarbeitung/Präsentation eines SchuldenbereinigungsPlans (Vergleichsverfahren), der ein besseres Ergebnis für das Finanzamt erzielt.

In manchen Fällen, muss ich dann zwei bis drei Verhandlung-/Gesprächsrunden drehen, bis die Entscheider überzeugt sind und dem Schuldenvergleich zustimmen. So wie jüngst, als ich mit einem Finanzamt betreffend einen ehemals Selbständigen das Verfahren durchgeführt habe.

Von dem Abteilungsleiter der zuständigen Sachbearbeiterin wurde ein „Gegenvorschlag“ als „Sanierungsvereinbarung“ vorgelegt, der 8 Punkte mit fünf Jahren vorsah. Er war schlicht und ergreifend unakzeptabel und mein Mandant hätte schlechter gestanden, als wenn er ein Insolvenzverfahren durchlaufen hätte. Es hat etwas Überzeugungsarbeit gebraucht, bis beim Finanzamt klar wurde, dass es entweder den (von mir ausgearbeiteten) SchuldenbereinigungsPlan oder ein Insolvenzverfahren aber jedenfalls keine Sanierungsvereinbarung geben kann und der Vergleich natürlich die bessere Lösung ist.

Aus einer Ablehnung mit Gegenvorschlag wurde dann schließlich doch noch ein Vergleich, der meinen Mandanten unmittelbar (ohne 6 Jahre Insolvenzverfahren oder 5 Jahre Sanierungszeitraum) schuldenfrei werden lies. Ich habe eben mit ihm telefoniert und das bedeutet nicht einfach nur, endlich nach all den Jahren frei von Steuerschulden, schlimmer Post und Vollstreckungsversuchen zu leben, sondern ein Neustart – ein ganz neuer, zugewandter und optimistischer Mensch mit Perspektive und der Grund, warum ich das so gerne mache und darüber schreibe.

Sprechen Sie mich gerne an, um eine Lösung für Schulden zu finden, Kontaktaufnahme über:

2 Kommentare to “Steuerschulden: Vergleich mit Finanzamt ist möglich”

  1. KLeinhoff says:

    Ich habe sehr hohe Steuerschulden, so wie in Ihrem Artikel beschreiben. Ich möchte nicht selber mit dem Finanzamt verhandeln, weil man mir bestimmt nicht glaubt. Daher möchte ich gerne, dass Sie den Fall übernehmen. ich kann über Unterstützer auch etwas anbieten zur Tilgung und Regulierung der Steuerverbindlichkeiten.

    Ich möchte nur vorab mit Ihnen über die Kosten eines von Ihnen angebotenen Vergleichsverfahrens sprechen und durchgehen, wie ich die Privatinsolvenz möglichst vermeiden kann.
    Ich komme aus Frankfurt, habe aber gelesen, dass Sie als Insolvenzanwalt und Schuldnerberater deutschlandweit tätig sind?

  2. Oliver Gothe, Rechtsanwalt (Wirtschaftsrecht & Insolvenzrecht), InsolvenzAnwalt - Schuldnerberatung Hamburg says:

    Ich mache wie beschrieben bei Schuldenbereinigungs-Verfahren gute Erfahrungen auch mit Finanzämtern. Es gibt sogar Richtlinien, nach denen Finanzämter bei vernünftigen außergerichtlichen Vergleichsvorschlägen nicht einfach so ablehnen dürfen, sondern einen gut ausgearbeiteten Schuldenbereinigungsplan annehmen müssen, statt eine unergiebige Privatinsolvenz mit geringer Insolvenzquote abzuwarten.

    Die Gebühren/Kosten eines solchen Vergleichsverfahrens bespreche ich mit meinen Mandanten stets vorab und biete wirtschaftliche Lösungen an, bei denen die vorgesehene gesetzliche RA-Gebühr nur dann vollständig berechnet wird, wenn das Vergleichtsverfahrren auch erfolgreich ist. Rufen Sie mich an und wir besprechen alles.
    Ich vertrete auch Betroffene aus Frankfurt und deutschlandweit.

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