Die Steilmann-Insolvenz

Steilmann-Insolvenz BekleidungDer Modekonzern Steilmann hat Insolvenzantrag gestellt – die Modebranche bebt.

Der Insolvenzantrag ist nur 5 Monate nach dem Börsengang beim zuständigen Insolvenzgericht, dem Amtsgericht Dortmund eingegangen. Es läuft nach dem Standard-Verfahren: zuerst ist Rechtsanwalt Frank Kebekus als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt worden und der Geschäftsbetrieb wird zunächst aufrecht gehalten. Für höchstens drei Monate (hier bis einschließlich Monat Mai) gibt es Insolvenzgeld für die Mitarbeiter und in dieser Zeit ist es (es gehen nur Zahlungen rein, kaum welche heraus) klar, dass fortgeführt wird. Sprich die 12 „Boecker“-Modehäuser bleiben (zunächst) geöffnet. Die weltweit mehr als 8.300 Mitarbeiter erhalten also zunächst (bis drei Monate) ihr Insolvenz-Ausfallgeld von der Bundesagentur für Arbeit.

Von der Steilmann-Insolvenz nicht betroffen sind die über 170 „Adler“-Modemärkte, an denen Steilmann beteiligt ist (Auswirkungen sind jedoch zu erwarten).

Die Tochter des Gründers (Klaus Steilmann), Britta Steilmann, ist quasi mit Gründung des Unternehmens (1958) groß geworden und gibt interessante und offene Einblicke in diese Zeit in einem Interview mit dem Tagesspiegel.

Britta Steilmann hatte bereits im Jahr 2003 (zum zweiten Mal) ihren Platz im Unternehmen geräumt – es folgten Investoren aus China.

„Mode für Millionen, nicht für Millionäre“, ist das Motto des Steilmann-Konzern gewesen. Doch die Umsatzmillionen schrumpften bereit im Jahr 2003 von rund 900 auf rund 500 Millionen Euro – Fremdkapital half aus, beseitigte aber nicht die Ursachen der Erkrankung.

Steilmann machte Mode für Großkunden wie Peek & Cloppenburg, Karstadt/Quelle oder Marks & Spencer, ohne dass „Steilmann“ im Etikett auftaucht. Ein Teil des Umsatzes wurde auch über Discounter wie Tchibo, Aldi oder Lidl gemacht nach dem Motto hohe Stückzahlen, aber niedrigere Margen.

Nach Analyse der Besicherungen der Anleihe-Gläubiger durch die Frankfurter Allgemeine Zeitung (www.faz.net) ergeben sich Anzeichen dafür, dass möglicherweise in den Reihen von Gesellschaftern im vergangenen Oktober bereits Vorbereitungen auf eine mögliche Insolvenz getroffen worden seien. Danach habe eine Gesellschafterin für den Insolvenzfall das fünffache Stimmrecht und damit eine fast 80-prozentige Mehrheit, zum anderen ein Einziehungsrecht für die S&E-Anteil der Steilmann-Gruppe erhalten (so nach Angaben von faz.net).

Das wird sicher Prüfungspunkt im  Insolvenzverfahren sein, mit dessen Eröffnung am 1. Juni gerechnet werden kann.

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