Saab-Insolvenz: alter Schwede…

saab-insolvenz“Autohersteller zu sein ist nicht unsere Geschäftsidee. Die Steuerzahler wollen, dass wir Geld für Polizei, Schulen und Gesundheit ausgeben”, sagt die schwedische Wirtschaftsministerin Maud Olofsson.

Eine deutliche und angesichts des sensiblen Themas “Rettung von Arbeitsplätzen” auch unbeliebte Aussage. In Deutschland, England und Frankreich kann man derzeit so deutliche Worte nicht hören. Warum eigentlich nicht? Wie und warum soll der Staat etwas schaffen/finanzieren oder auch (nur) absichern, was große Teile der  Automobilindustrie seit vielen Jahren nicht geschafft hat: Die Umstellung/Konzentration auf einen angesichts der Kosten und Umwelt zeitgemäßen Individualverkehr. Im Gegenteil hat der Staat bis heute durch die Steuerpolitik Anreize geschaffen, dass die hochwertigen, profitablen Autos à la Cayenne & Co. absetzbar sind. Spätestens in Krisenzeiten zeigt sich, dass die steuerliche Absetzbarkeit irrationaler Ausgaben nichts daran ändert, dass diese in Wirklichkeit verschwenderisch bleiben.

Während in Deutschland die Rettung von Opel (Opel gehört wie Saab zum angeschlagenen US-Konzern General Motors) oft als Schicksalsfrage für die deutsche Automobilindustrie hochgespielt wird, wäre hier etwas mehr Nüchternheit und Zurückhaltung wie in Schweden hilfreich.

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