Saab-Insolvenz: Gläubigerschutz abgelehnt

Saab-InsolvenzDer schwedische Autohersteller Saab ist mit dem Antrag auf sog. Gläubigerschutz gescheitert. Ziel was es (ähnlich wie es in Deutschland als sog. „Schutzschirmverfahren“ eingeführt werden soll und wie es als Chapter 11 in den USA schon längst Praxis ist), eine Insolvenz zu vermeiden, um unter der Aufsicht eines Verwalters das Unternehmen zu sanieren.

Das Amtsgericht im westschwedischen Vänersborg (Insolvenzgericht) begründete die Ablehnung damit, dass kein glaubwürdiges Sanierungskonzept vorgelegt worden sei. Es ist zu erwarten, dass jetzt die Arbeitnehmervertreter einen Insolvenzantrag stellen, damit die ausstehenden Gehälter (vergleichbar der Leistungen in Deutschland in Form des Insolvenzgeldes) durch einen staatlichen Garantiefonds ausgezahlt werden können.

In der allgemeinen Presse wird nun verlautet, dass – nachdem Saab bereits wie hier berichtet, im Februar 2009 unter Gläubigerschutz stand – das Ende von Saab besiegelt sei.

Nun, was ist schon mit „Ende“ gemeint: es ist zumindest davon auszugehen, dass die wertvolle Marke Saab und möglicherweise Teile der Produktion und damit auch der betroffenen Mitarbeiter bei anderen Autoherstellern Interesse finden werden. Dort kann man dann die auch in Schweden nicht unattraktiven Möglichkeiten eines Asset-Deals aus dem Insolvenzverfahren heraus nutzen, um den Kern des Unternehmens – den Wert, die Ästhetik und das Know-How – fortzuführen. Zwei chinesische Unternehmen haben bereits Interesse an einem Einstieg bekundet und eine Option könnte es sein, dass Saab demnächst unter chinesischer Flagge rollt.
Die strategische Entscheidung: würde das eine Beule im Kultstatus der Marke bedeuten und der Fangemeinde einen Stich versetzen? Wenn man sich die sog. Luxusmarken wie Jaguar, Bentley und Lamborghini etwa ansieht, hat die Übernahme von Jaguar durch zunächst Ford, dann zusammen mit Land Rover an Tata Motors (Indien) und der Marken Bentley und Lamborghini durch VW nicht geschadet – zumindest nicht dem Umsatz (gemessen an den sowieso relativ kleinen Stückzahlen). Wirkliche Fans und Liebhaber lassen solche Übernahmen schaudern – die großen Konzernen freuen sich über Imagetransfers und Diversifikation. Wir werden sehen und ich hier weiter berichten.

Nachricht hinterlassen