Interlübke ist insolvent

Der Möbelhersteller Interlübke ist insolvent – der Insolvenzantrag ist diese Woche beim Insolvenzgericht (Amtsgericht) in Bielefeld gestellt worden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Norbert Küpper aus Verl bestellt worden – er hat die Aufgabe, den Geschäftsbetrieb zunächst weiter zu führen, was unter Entlastung von den Lohnkosten durch das Insolvenzgeld (Zeitraum von drei Monaten) und von weiteren Kosten machbar sein dürfte. Offen ist, wie es zur Jahresende, wenn das Insolvenzverfahren eröffnet werden dürfte, weiter geht: In einem derartigen Fall einer notwendigen Restrukturierung dürfte ein Insolvenzplan von Seiten des (späteren) Insolvenzverwalters bzw. vom betroffenen Unternehmer, dem geschäftsführenden Gesellschafter Leo Lübke erwartet werden.

Es besteht die Chance für den Unternehmer und damit für das Unternehmen und seine Mitarbeiter insgesamt, dass man im Insolvenzverfahren eine Entlastung nicht nur von den „Altlasten“, sondern auch von hohen Fixkosten wie beispielsweise der hohen Miete der zu großen Betriebsfläche umsetzen kann.
Betroffen von der Insolvenz sind 269 Arbeitnehmer und 8 Auszubildende. Selbstverständlich gibt es auch im Insolvenzverfahren für die Mitarbeiter Kündigungsschutzrechte.

Gründe der Insolvenz

Aus dem Unternehmen heißt es: „Zum Insolvenzantrag führten drei Faktoren: untragbare Altlasten auf Basis einer wesentlich höheren Unternehmensgröße, der gewandelte Stellenwert des Systemmöbels und eine durch konjunkturelle Schwankungen bedingte, schwache Auftragslage seit März 2012.“ Einige weitere Hintergründe finden sich auch im Handelsblatt (www.handelsblatt.de).

Eigentlicher Hintergrund für die seit 2009 anhaltenden Verlusten dürfte die Marktentwicklung sein, dass die Masse bei Anbietern billigerer Möbel wie Ikea einkauft. Bei den Anbietern exklusiverer, teurerer Möbel ist die Luft dünner geworden; tragend für die Neuausrichtung von Interlübke dürfte sicher die starke Marke mit dem Qualitätsanspruch sein, die auch international gefestigt ist. Es wird sich zeigen, wie stark die Marke durch die Insolvenz leiden wird.

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