Im ZDF – Frontal 21: Insolvenzverwalter in der Kritik

Insolvenzverwalter-frontal 21-zdfOffenbar aus gegebenem Anlass hat gestern im Magazin Frontal 21 das ZDF (hier zum Fernsehbeitrag – ab der 21. Minute) unter dem Titel „Plattmachen und Abkassieren“ (hier der Beitrag unter frontal21.zdf.de) die mangelnde Kontrolle der Insolvenzverwalter, das System der Insolvenzverwalter-Vergütung und die Qualität vieler der von Insolvenzgerichten eingesetzten Verwalter hinterfragt.

Es wird über Einzelfälle berichtet und das mangelhafte System der Einsetzung von Insolvenzverwaltern, deren Qualitätskontrolle und allgemeine Beaufsichtigung sowie die Praxis der Beantragung und Bewilligung der Insolvenzverwalter-Vergütung beschrieben. Hierzu wird Hans Haarmeyer – selbst jahrelang als Insolvenzrichter tätig gewesen – in einem Interview befragt.

Es handelt sich auch nach meiner Erfahrung in der Praxis um ein ausgesprochen dürftiges und korrekturbedürftiges System der Vergabe von Insolvenzverfahren, (tatsächliche) Kontrolle und Vergütungspraxis. Es fängt damit an, dass ausschließlich juristisch ausgebildete Insolvenzrichter nach ihren Einschätzungen Verwalter einsetzen, diese im eröffneten Insolvenzverfahren praktisch nicht kontrolliert werden können vom Insolvenzgericht und selbst – so wie die Insolvenzrichter – in den meisten Fällen unternehmerisch nicht qualifiziert und erfahren sind.
Was dabei heraus kommt, sind in vielen Fällen marginale Quoten für die (ungesicherten) Insolvenzgläubiger und häufig dient dann ein Insolvenzverfahren wirtschaftlich nur den Vergütungsinteressen des Verwalters und nicht den Gläubigern.

3 Kommentare to “Im ZDF – Frontal 21: Insolvenzverwalter in der Kritik”

  1. Markus O says:

    Sehr geehrte Damen und Herren, ich kann Ihre Berichterstattung nur bestätigen als selbst betroffener ehemaliger Unternehmer. Interessant wäre es jedoch auch einmal über die Schicksale der Betroffenen Unternehmer mit Ihren Familien nach einer Insolvenz zu berichten. Gerade das Verhalten der Banken, Finanzämter ( mit maßlos hohen Steuerschätzungen ), Krankenkassen und schließlich dem Staat mit seinen Staatsanwaltschaften ist mehr als interessant. Es werden ehemalige Unternehmer kriminalisiert und platt gemacht, weil z. B. der Unternehmer ein wenig spät angemeldet hat, weil er in der Hoffnung auf Zahlung der Rechnungen des deutschen Staates, einfach gewartet hat. Ich habe z. B.mein Personal selbst mit privaten Mitteln bezahlt und konnte die Sozialversicherungsbeiträge nicht mehr zahlen. Dafür werde ich heute verurteilt von unerfahrenen Staatsanwältinnen und Richtern. Große Summen wurden von den korrupten Landesbaubetrieben nicht geprüft über viele Monate weshalb ich selbst in die Insolvenz gehen musste mit meinem Betrieb. Das war zwar nur eine Ursache, ( Basel II hat ebenfalls erheblich dazu beigetragen ), aber ich denke, dass darüber auch einmal berichtet werden sollte.
    Mit freundlichen Grüßen.
    Markus O

  2. Peter S. says:

    sollte der Vorposter diese weitere Nachricht empfangen und lesen wäre ich um
    Kontaktaufnahme verbunden, da es auch mir so wie zuvor beschrieben ergangen ist.

    Unsere Gesellschaft befindet sich allerdings wegen eben der identischen Angelegenheit
    im Schadensersatzverfahren gegen die Anstellungskörperschaft des Insolvenzrichters.
    Grüße

  3. Attila v. Unruh says:

    Vielen Dank für die Beiträge – gerne möchte ich auf das Angebot der Initiative ‚Gesprächskreis Anonyme Insolvenzler‘ hinweisen. In vielen Städten treffen sich Betroffene in geschütztem Rahmen und haben die Möglichkeit, sich über Erfahrungen und Informationen auszutauschen.
    Hierbei spielt das Thema Insolvenzverwalter oft eine Rolle.
    Infos gibt es auf http://www.anonyme-insolvenzler.de
    Liebe Grüße

    Attila v. Unruh

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