Insolvenzantrag stellen… – Risiken

Insolvenzantrag – sorgfältig vorbereiten

Wenn ein Gläubigervergleich nicht funktioniert (hat) und ein Insolvenzverfahren nicht zu vermeiden ist, sollte der Insolvenzantrag sorgfältig vorbereitet sein. Fehler die an dieser frühen Stelle der Verfahrenseinleitung gemacht werden, können später kaum korrigiert werden:

  • bei Unternehmensinsolvenzen (GmbHs und andere Kapitalgesellschaften) besteht die Gefahr der Abweisung eines unvollständigen/unzulässigen Insolvenzantrages mit der Folge, dass der spätere dann zulässig gestellte Antrag als verschleppt (Geschäftsführerhaftung) bewertet wird.
  • bei Verbraucherinsolvenz/Privatinsolvenz droht bei unvollständigen Angaben nicht nur die Abweisung wegen Unzulässigkeit, sondern die spätere Versagung der Restschuldbefreiung.

In der Praxis erlebe ich es, dass die Vorbereitung eines Insolvenzverfahrens wirklich notwendig und ein sorgfältiges Vorgehen hierbei sinnvoll ist: Sowohl beim Insolvenzgericht als auch beim Insolvenzverwalter entscheidet der erste Eindruck, ob es hier um ein Verfahren geht, bei dem genauer hinzusehen ist (wenn nur oberflächlich vorbereitet wurde) oder ob man sich auf die Auskünfte eher verlassen kann. Ich weiß von Insolvenzrichtern, dass bei Schuldnern, die es nicht so genau nehmen tendenziell „detektivische“ Insolvenzverwalter eingesetzt werden und die Haltung von Anfang an eher „skeptisch“ ist.

Kurz: es geht hierbei nicht nur um Formalitäten, sondern um die Psychologie des wesentlichen ersten Eindrucks.

Bei Privatinsolvenz/Verbraucherinsolvenz droht Versagung der Restschuldbefreiung

Bei sog. „natürlichen Personen“, also betroffenen Verbrauchern aber auch Einzelunternehmern kann ein Fehler in der frühen Phase – etwa nur ein einziger nicht angegebener Gläubiger – nach einigen Jahren zu einer Versagung der Restschuldbefreiung führen. Hier sind einige wirklich hohe Anforderungen in der Rechtsprechung zu beachten – Fehler können sonst ggf. nicht mehr korrigiert werden. Dies fängt bereits bei der Wahl der richtigen Formulare (diese sind nur für Verbraucherinsolvenzen fest vorgegeben) an. Teils bieten die Insolvenzgerichte die Anträge online an – teils mit „Ausfüllhinweisen“: jedoch erlebe ich bei vielen Betroffenen, wie mühsam das Ausfüllen und Zusammenstellen der richtigen Unterlagen ist. Zwar kennen viele Betroffene leidlich die Bürokratie von Behörden bei der Vergabe von Fördermitteln, über Steuererklärungen bis hin zu Meldungen von Arbeitnehmern bei Krankenkassen: Der Insolvenzantrag ist für die allermeisten jedoch eine Premiere.

Für weitere Fragen zu den notwendigen Formularen, gesetzlichen Anforderungen bzw. Obliegenheiten bereits bei Antragstellung, können Sie gerne unten im Feld eine Nachricht hinterlassen oder Kontakt aufnehmen.

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