„Chapter 11“ und Insolvenzverfahren hierzulande…

insolvenzrecht-insolvenzordnung-inso-Insolvenzverfahren-chapter 11In den USA sind zwei unterschiedliche Insolvenzverfahren möglich: Sie werden (entsprechend der Kapitel im US-Konkursrecht) als „Chapter 7“ und „Chapter 11“ bezeichnet. Während das Ziel eines Chapter 7-Verfahrens die Liquidierung eines insolventen Unternehmens ist, handelt es sich beim Verfahren nach Chapter 11 um ein Sanierungsverfahren unter gerichtlicher Aufsicht. Ziel ist dabei der Erhalt des betroffenen Unternehmens.

Ein deutlicher Unterschied zu dem in Deutschland mit der Insolvenzordnung 1999 eingeführten Insolvenzplanverfahren ist, dass es beim Chapter 11 meist keinen Insolvenzverwalter gibt, sondern das Management unter Beratung von Experten restrukturiert wird. In Deutschland hat das Management demgegenüber kaum Einfluss auf die Wahl des Insolvenzverwalters.

Da in vielen Fällen die Insolvenzverwalter nicht betriebswirtschaftlich orientiert arbeiten und eigene Vergütungs-Interessen eine wesentliche Rolle spielen, sollte die Figur des Insolvenzverwalters – wie man ihn heute häufig vorfindet – durch eine neue Generation betriebswirtschaftlich denkender Berater ersetzt werden. Aus dem Bundesjustizministerium ist zu vernehmen, dass an „Restrukturierungsbeauftragte“ oder „Reorganisationsberater“ als Schlüsselfiguren bei einer „neuartigen“ Form der Sanierung (zumindest im Finanzmarkt-Bereich) gedacht wird. Bleibt abzuwarten, ob die Schaar der üblichen Verwalter diese Rolle schlicht übernehmen oder ob anlässlich der Wirtschaftskrise und der zunehmenden Anzahl der insolvenzgefährdeten Unternehmen wirklich ein Umdenken stattfinden wird: Mit dem Ziel, dass die Erhaltung der Unternehmen im Vordergrund steht.

Nachricht hinterlassen