Awo-Gesellschaft „Mobile Soziale Dienste“ insolvent

gemeinnützige GmbH gGmbH AWO "Mobile Soziale Dienste"-InsolvenzDie Ahrensburger AWO Mobile soziale Dienste gGmbH (gemeinnützige GmbH) ist insolvent. Der Geschäftsführer Arp Kreßin hat gestern beim Insolvenzgericht/Amtsgericht Reinbek Insolvenzantrag gestellt. Hiervon berührt werden die von der Arbeiterwohlfahrt betriebene Ambulante Pflege, Betreutes Wohnen und der Menüdienst „Essen auf Rädern“.
Betroffen sind rund 90 Mitarbeiter der gemeinnützigen GmbH und 130 Pflegebedürftige Patienten in Ahrensburg und Bad Oldesloe sowie 120 weitere Kunden in anderen Bereichen.
Hintergrund der Insolvenz ist der Umsatzrückgang einhergehend mit den im Vergleich zu privat betriebenen Pflegeeinrichtungen höheren Gehältern: Die privaten Unternehmen zahlen den Arbeitnehmern rund 40 % weniger Gehalt. Vor etwa zwei Jahren ist zwar mit den Mitarbeitern ein „Notlagen-Tarifvertrag“ abgeschlossen worden mit Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen als Ausgleich: offenbar keine zielführende Maßnahme.

In dem dreimonatigen Insolvenzgeld-Zeitraum werden die Gehälter über die Bundesagentur für Arbeit abgedeckt (Insolvenzgeld) – damit kann unter Entlastung von den Lohnkosten der Pflegedienst unproblematisch aufrecht erhalten werden. Danach ist damit zu rechnen, dass ein voraussichtlich in der Kostenstruktur billigerer (niedrigere Gehälter) wohl privater Träger die Kunden übernimmt. Der Geschäftsführer Kreßin meinte hierzu, wer im Pflegebereich noch Tariflöne zahle, den werfe der Markt heraus.

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