55 Mio. Dollar für Lehman Brothers Insolvenzverwalter
Es war der Auftakt der weltweiten Finanzkrise: der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers in den USA. Die Pleite ist indes für die Insolvenzverwalter ein Millionengeschäft. Diese Woche wurde dem zuständigen Richter die Vergütungsabrechnung für die Zeit von September bis Ende Januar präsentiert: Die (Insolvenzverwalter-)Kanzlei Weil, Gotshal & Manges rechnet 55,1 Mio. Dollar ab, wie einige USA-Medien berichten.
Ebenso wie in Deutschland werden auch in den USA die Kosten der Verwalter vorab – vor all den von der Insolvenz betroffenen Gläubigern – aus der Insolvenzmasse beglichen. Zustimmen muss der Insolvenzrichter.
In Deutschland entscheiden die Rechtspfleger – die Bürokraten in den Amtsgerichten – über die Vergütungsanträge der Verwalter. In Verwalterkreisen wird davon gesprochen, dass es darum geht, das “große Los” zu ziehen, also einmal als Verwalter eines Insolvenzverfahrens mit viel Masse bestellt zu werden: Viel Insolvenzmasse (Vermögen) bedeutet automatisch viel Vergütung, selbst wenn es mit einer Sanierung nicht gelingt – das Nachsehen haben die Gläubiger.